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Philanthrops Gedankengänge

Ich bin wieder hier!

nein, dieser blog ist noch nicht tot! oder wenigstens nichtmehr…

ich bin also endlich wieder hier. dass ich zu so nachtschlafender zeit auf bin, schreibe ich dem jetlag zu, falls sich jemand wundern sollte…

viele leute, denen ich jetzt begegne, fragen mich “wie war´s?” und erwarten dann eine kurze antwort. wenn das jetzt ein urlaub gewesen wär, dann könnt ich ja sagen: “schön, ich hatte gutes wetter und costa rica ist ein herrliches land.” aber nach zehn monaten geht das nichtmehr so einfach. ich hatte jedes wetter und ich hab beiweitem mehr erfahren, als dass costa rica ein herrliches land ist.

es gäbe ja echt noch viel zu erzählen, aber das kommt sicher so nach und nach.

schönen tag allerseits, er ist gerade dabei, anzufangen!

lebenszeichen

hallo allerseits in deutschland (oder wo ihr euch halt rumtreibt),

das mit der tastatur ist hier auf der finca zwar besser, aber leider auch nicht ganz gut (bisher). ich hab hier jetzt eine schweizer tastatureinstellung. ich hätte ja gedacht, das wär gleich, aber das ausrufezeichen beispielsweise ist schon woanders. ich fühl mich auch gleich viel schweizerischer… !würg! (jetzt hab ich das ausrufezeichen gefunden… -.-)

was mich angeht: ich werd nur kurz schreiben, dass es mich noch gibt, aber ich zur zeit kaum an den computer komme. das liegt daran, dass ich bissle erschlagen (durchaus positiv) bin von dem, was ich hier erlebe. es ist alles ganz anders als zu hause und natürlichi nicht ganz so, wie ich mir das vorgestellt hatte. jedenfalls geht es mir prächtig und mein einziges problem ist es, die schweizer hier zu verstehen. es geht zwar, aber nur, wenn ich mich sehr anstrenge und das geht irgendwann nichtmehr. ich habe jetzt die theorie aufgestellt, dass ich so eine art schwyzerdytsch-pensum von rund einer halben stunde pro tag habe. danach verstehe ich kein wort mehr. ich bin aber ganz zuversichtlich, dass das bald besser wird und ich bald alle ohne grö’ere (sch!!! tastatur) probleme verstehen werde. selbst meinen bau-chef, der tiefstes berner-schwyzerdytsch redet.

soweit, so gut, ich hoffe, es geht euch ungehfähr so gut wie mir, auch wenn jetzt demnächst wieder schule anfängt und ihr arbeiten müsst und so weiter.

euer costa-ricanischer-freund

johannes

erster post aus CR

hallo allerseits,

wollte nur kurz melden, dass ich hier gut angekommen bin und alles wunderbar gelaufen ist. ich sitze hier spaetnachmittags (bei euch nachts um halb zwei) im internetcafe und schreibe erste mails und blogeintraege. ausser der tastatur ist mal wieder alles bestens.

beste grü&sz;e

josse

und weg… :|

(das smilie oben ist halb lachend, halb weinend, dass ihrs wisst)

ja, jetzt ist es so weit. in recht genau 12 stunden verlasse ich holzgerlingen um morgen abend (halb zwölf MEZ) in san jose zu landen. ich erwarte nicht, dort zum bloggen zu kommen, aber vielleicht ja doch.

ich wünsche euch allen eine gute und gesegnete zeit, “vergesst mich nicht” brauch ich nicht zu schreiben, da hab ich keine sorgen ;) , aber denkt gelegentlich an mich, stoßt auf mich an und stellt vielleicht ein bier kalt, bis ich wiederkomm.

warte… zwei! ;)

bis dahin, prost buben (und mädels) und schreibt mir mal

euer johannes/josse/[whatever]

Kapstadt Reisetagebuch #1

Die Erste Woche, Montag bis Donnerstag:

Kapstadt-Reisebericht von Johannes (3.7.-22.7.06)

Kursiv geschriebenes habe ich später eingefügt.

Flug

Es gibt so viel zu erzählen, ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Am besten also chronologisch:

  1. Flug

Der Flug war sehr angenehm. Alles verlief reibungslos. In Frankfurt war ich schnell und die Zeit zum Umsteigen kam mir sehr kurzweilig vor.

Mit South African Airlines gings dann weiter. Ich hatte zwar nur einen Platz in der mItte, aber der Platz neben mir blieb lehr und so konnte ich mich bequem ausbreiten.

Beim Abendessen konnte man den Hauptgang und den Nachtisch des Menüs selbst wählen, und ich entschied mich für gebratenes Hähnchen, angerichtet an Kartoffeln und Bratensoße. Sah lang nicht so gut aus als es sich anhört, aber geschmacklich wars sehr ok. Zum Nachtisch gabs dann noch 3cm³ Obstkuchen. Um mir die Langeweile zu vertreiben, hab ich mir Punk Panther und King Kong angeschaut und geschlafen.

Wir kamen sogar überpünktlich vor 5 Uhr morgends (nach dem Frühstück) in Kapstadt an. Passkontrolle und Zoll verlief ohne Probleme und Saskia wartete bereits auf mich. Sie holte mich mit dem Auto ab, damit kommen wir nun zu

  1. Verkehr

Natürlich lauf ich als Beifahrer zur rechten vorderen Tür. Gleich falsch.

Als Beifahrer links zu sitzen war schon sehr komisch. Aber nach einer halben Woche hab ich mich glaub so langsam dran gewöhnt. Auf der Straße hätt ich fast alle für verrückt erklärt, auf der falschen Seite zu fahren, aber wie gesagt, man gewöhnt sich daran.

  1. erste Erfahrungen

Stress! Ich hätte das nicht für möglich gehalten. Gerade komm ich von Abiball- und Packstress nach Südafrika ( „Urlaub“ hätte ich gedacht), schon ist Hektik angesagt. Ok, für den ersten Tag galt das noch kaum, ich durfte schlafen bis mittgags, essen und shoppen gehen mit Kirstin, Saskias Mitbewohnerin (Saskia war währenddessen beim Workshop). Abends sind wir dann noch ins „Paulaner“ (=quasi kleines Hofbräuhaus) zum Fußball gucken. Danach schnell ins Bett. Total eurobäischer Tag also, kein Kulturschock.

  1. Geschichte

Zum weiteren kulturellen Verständnis einen kurzen Einblick in die Geschichte des Landes:

Im 17. Jahrhundert kamen die Holländer und besetzten das Land. Sie wollten die Schwarzen versklaven, aber die weiterten sich (was ich sehr cool finde). Aber die Holländer „importierten“ daraufhin die Sklaven von ihren anderen Kolonien, die Schwarzen vertrieben sie ins Landesinnere.

Im 19. Jahrhundert kamen die Engländer und damit die starke Rassentrennung. Sie führten irgendwann die „Apartheid“ ein. Das hieß, in den Städten wurden die Wohngebiete aufgeteilt. Im Zentrum die weißen, darum herum die „Coloured“ (also Nachkommen der Sklaven und Mischlinge) zum Schutz vor den Schwarzen, die ganz nach außen gesiedelt wurden. Wer „falsch“ wohnte, wurde plattgewalzt. Es ist krank, sich jetzt über die vielen grünen Flächen nache des Zentrums zu freuen. Die Schwarzen wohnten nun also vor der Stadt und zunächst auch in ganz akzeptablen Behausungen. Aber dann kam es zu einer Landflucht und alle Zuwanderer (Schwarze) drängten zu den Schwarzen in die „Townships“. Völlig überfüllt wohnen die Schwarzen jetzt in Wellblechhütten. Und die Rassen hassen sich jetzt fast Abgrund tief.

  1. Mittwoch

Saskia arbeitet in einem der Townships in einem Center der Organisation „Women for Peace“. Die Organisation versucht, den Leuten Kurs in „Life Skills“ anzubieten und sie in ihren Problemen zu unterstützen.

Nach dem Frühstück sind wir also zum Center gefahren zum Workshop zum Thema Stressbewältigung. Die Leute dort sind allesamt total nett (ich wurde ein bisschen an Big Mamas House erinnert)!

Am Anfang wurde zum Beispiel ein Psalm auf Xhosa (mehrstimmig!) gesungen, das hörte sich fantastisch an! (Zur Sprache Xhosa muss ich später noch schreiben) Kurz vor 3 mittags waren wir dort dann fertig, aber wir sollten um halb fünf schon am Technikon (= Technische FH) sein zur Abfahrt nach Jo´Burg. Also schnell heim, essen, fertig Pakcen, … und weiter.

  1. Johannesburg – Die Fahrt hin.

    So ungemütlich bin ich lange nichtmehr gereißt. Wir waren 30 Leute und hatten zwei große Sprinter. Das mit dem Reisebus ist irgendwie nichts geworden. Die Sprinter hatten jeweils 20 Sitzplätze, aber wegen dem Gepäck war fast jeder Platz belget. Beinfreiheit war quasi ein Fremdwort, vor verstellbaren Rückenlehnen ganz zu schweigen.

    Dafür war die Stimmung gut. In dieser Hinsicht kann man die Schwarzen mit Italienern vergleichen. Sie sangen und tanzten wo Platz war und das mit dem Schlafen hat irgendwie auch hingehauen. Wir hatten damit gerechnet, rund 20h zu fahren für die 1500km. Pustekuchen, aber langsam…

    Als es Morgen wurde, konnten wir endlich die atemberaubende Natur sehen. Sie sieht aus, wie im Film: weite Ebenen, manchmal mittendrin ein Hügel oder sogar Berg, bewachsen mit gelbem Graß, einigen Büschen und ein paar Bäumen. Gefehlt haben nurnoch die Giraffen, Elefanten … usw.

    Vormittags war dann irgendwas am Auito kaputt (musste ja kommen…) undwir warteten eine Südafrikanische Stunde (knapp zweieinhalb deutsche), bis das Auto fertig war. Dann gings weiter durch die „Prärie“.

Um 4 sahen wir endlich die ersten Häuser von Jo´Burg. Ich hatte erwartet, dass eine Stadt mit meinem Namen schöner ist… Die Armut hier ist erschreckend. In Kapstadt hat man davon so lange nichts gemerkt, weil sie nur in den Vorstädten zu sehen ist. Aber hier versuchen die Schwarzen auch unter den größten Bankenhochhäusern durch Ramschverkäufe oder eben Betteln an Geld zu kommen. Weiße hab ich kaum gesehen, noch weniger aber fröhliche Leute auf der Straße. Nach einer Stunde habe ich die erste Frau lachen sehen. Das brachte mich für die nächsten Stunden in einen tiefen Kulturschok.

Den habe ich aber überwunden, als wir dort waren.

Die Unterkunft

erinnert an eine stillgelegte Kaserne: recht große Schlafsääle, die mit 2m hohen Wänden abgeteilt sind zu zwei-Bett-Zimmern. Ich teile mein Zimmer mit „Gomez“, einem spaßigen aber vernüftigen mid-dreißiger(sieht man ihm net an) der 1998 aus Angola nach Kapstadt zog.

Um den Kulturschock abzuwenden half mir die Ansprache des Trainers, der sein Team motivierte, ihre Region würdig zu vertreten. Dann das Essen: Hähnchenteile vom KFC und Brot (vergleichbar mit deutschem Toastbrot, weiß, ungetoastet). Und am Ende sind wir noch durch die Gänge getanzt zu einer Art Afrikanischem Techno.

bin wieder da

ich weiß ja nicht, ob euch das freut oder wie das ist, aber jedenfalls bin ich voller eindrücke und erfahrungen wieder aus kapstadt zurück.

grober überblick in stichworten über die reise:

flüge: south african airlines, airbus a340-600, sehr angenehm, viel essen, lecker -> positive erfahrung

halbfinale deutschland-italien: paulaner brauhaus, gerade aus deutschland gekommen, schon weißbier getrunken, schade

trip nach jo´burg: unbequeme kleinbusse, 24-stunden-fahrt wegen defekt am auto, turnier abgebrochen, außer uns, (fast) keine weißen, viiiieeeel chicken

wetter: eine woche schönes, sonniges wetter, kühl, sonst novemberwetter bei nachts 3-10°C und tagsüber 15-18°C, viel regen
mentalitäten: schwarze ein bisschen wie italiener (singen, tanzen, machen party im bus,…) , coloured (hab ich kaum kennen gelernt) ruhig und unauffällig, weiße wie engländer (stell ich mir zumindest so vor)

natur: der hammer!, selbst im winter. allein die landschaften - atemberaubend

fazit: superschöner urlaub, erlebnisreich, schade nur: gewalt, rassentrennung und wetter

ich hab rund 20 block-seiten über meine erlebnisse geschrieben, vielleicht tipp ich die mal ab und stell sie auch hier rein.

mfg und rul

ps: einer aus der handballmannschaft meiner schwester hat mir einen xhosa-name (xhosa ist die sprache der schwarzen in der region um kapstadt) gegeben (jeder schwarze hat einen xhosa-name, um den wunsch der eltern für das kind oder etwas über das kind auszudrücken. zb. “world” oder “education” (jeweils halt auf xhosa)). mir hat er jedenfalls den name “thozamile” gegeben. die englische übersetzung ist “humble” (bescheiden). zunächst wusste ich nicht, was “humble” bedeutet, aber inzwischen hab ichs rausgefunden.

also nochmal gvg, euer thozamile

totales blah

könnt ihr euch vorstellen, wie ich auf diese internetseite gekommen bin?!

http://de.wikipedia.org/wiki/Moses_Blah

naja, jedenfalls ist mir der mann sympatisch :)

aus, schluss, vorbei :)

immer drauf geschissen und jetzt nichtsmehr zu scheißen…

heut morgen hatte ich mündliches abi und jetzt ist alles vorbei. seltsames gefühl… aber schlimmer wärs gewesen, wenn ich noch nicht wüsste, was jetzt kommt. aber ich weiß es! ich geh nach costa rica!!! für ein ganzes jahr. ich flieg am 30. August und komm dann so schnell nicht wieder. Freu mich schon voll drauf :)

weil ich schon so lang nichtmsehr geschrieben hab, werd ich vielleicht ein bisschen was erzählen von meinen letzten tagen…

am mittwoch abend letzter woche hab ich erfahren, dass es für mich nach costa rica geht. dass an dem abend noch deutschland gewonnen hat (hammer spiel zum schluss :) ) hat diesen tag rundum perfekt gemacht.

die letzte woche war überhaupt eine tolle… montags hab ich erfahren, das ich mein abi-ziel erreicht hab, mittwochs hab ich erfahren, dass ich nach costa rica gehe und deutschland hat gewonnen, und am freitag bis sonntag war ich auf dem vorbereitungswochenende für kurzzeitarbeiter(innen) in korntal. dort hab ich übrigends auch die kennen gelernt, die im gleichen zeitraum wie ich dahin geht. absolut nett, genau mein humor, hält leichte pwnge gut aus (macht sie sogar selber oft) und überhaupt liegen wir recht gut auf einer wellenlänge. wird sicher ne coole zeit mit ihr. bestimmt lernt ihr sie auch mal kennen. und bevor jetzt irgendwelche anspielungen kommen: sie ist schon vergeben!

so weit… sicher komm ich in nächster zeit öfter zum bloggen. zumindest die nächsten zwei wochen. denn dann gehts ab nach kapstadt :) *totalfreu*

bloß kein stress

euer EBF

(reim dich, oder ich fress dich)

harte weißheit

“du hast deinen kopf, damit du nicht nur mit dem herz denkst!”

vielleicht sag ich euch mal, wer das gesagt hat, aber heut abend nichtmehr ;) .

mich würd interessieren, was ihr über diese weisheit denkt. mir fällt dazu folgendes ein

1. saint exuperie wäre dagegen: “man sieht nur mit dem herzen gut. das wesentliche ist für die augen unsichtbar.”

2. der spruch stimmt irgendwo. wenn man in der liebe nur seinem herzen folgt und seinen verstand ausschaltet, wirds sicher nichts.

und dann noch was anderes, was mich zur zeit beschäftigt:

damit mein gedankengang klar wird, zunächst folgendes: ich bin der meinung, gott schenkt die liebe (also auch die, zwischen frau und mann)

nimmt gott dann die liebe auch wieder? und außerdem: warum gibts dann einseitige liebe? denkt sich gott: “so, dir schenk ich jetzt liebe zu dieser frau, aber ihr schenk ich keine liebe zu dir.”??? das trau ich gott nicht zu. so fies ist er nicht. aber liebe vom teufel macht auch kein sinn, oder? vielleicht ist einseitige liebe gar keine echte liebe? könnt ihr mir da weiterhelfen?

verrückt und verschob´

euer philanthrop

wie wird man sich an mich erinnern?

in einem meiner lieblingsfilme (mal sehen, ob ihr den erratet) heißt es an einer stelle:

“wenn ein mann sein ende nahen sieht, will er wissen, ob sein leben einen sinn gehabt hat. als was wird man sich an mich erinnern? der wohltätige? der feldherr? der tyrann?”

habt ihr euch mal überlegt, wie man sich an euch erinnern wird? wird man sich überhaupt gerne an euch erinnern? oder an mich?

wird man von mir sagen: “der chiller…” oder “der säufer…”? vielleicht auch “der psychologe…”? vielleicht wird man garnicht so richtig wissen, wie man von mir reden soll. wird man es dann bleiben lassen?

ich glaube nicht, dass man mich mal als “philanthrop” und “selbstlos” sehen wird, das ist nur ein wunschgedanke von mir. vermutlich wird man sagen: “der josse… komischer typ war das… man wurde einfach nicht schlau aus ihm… was der manchmal gelabert hat…”

was hat das zu bedeuten, dass ich mir diese gedanken alle mache? dass ich bald sterben werde? hoffentlich nicht! midlife crisis? wohl kaum… pubertät? -.-!

jetzt werd ich noch ein bisschen chillen und dann bald ins bett gehen. morgen heists wieder um vier: Aufstehen!!! *würg* naja, jedenfalls wird der sonnenaufgang morgen sicher wieder hammer! :)

schönes wochenende euch

mal lame, mal top

euer philanthrop

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